“El Rey del Pulpo” ist nun nicht mehr die Marke eines galicischen Unternehmens

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“El Rey del Pulpo” ist nun nicht mehr die Marke eines galicischen Unternehmens

Ein Investionsfonds und eine Finanzgesellschaft erwerben Discefa, den größten Vermarkter von tiefgefrorenem Oktopus.

GED V España, eine unabhängige Verwaltungsgesellschaft mit Sitz in Madrid, hat sich nun erstmals als Risikokapitalfonds betätigt und den Oktopus zum Gegenstand ihres ersten Abenteuers als Anlegerin gemacht. Die Gruppe hat die Transaktion zum Erwerb der Mehrheit der Aktien von Discefa, der größten Gesellschaft, die auf die Verarbeitung und Vermarktung von tiefgefrorenem Oktopus von hochwertiger Qualität spezialisiert ist, erfolgreich abgeschlossen. Das besagte Unternehmen, das sich der Vermarktung von Kopffüßern widmet, hat seinen Hauptsitz in der Ortschaft Cambre der spanischen Region Galicien, obwohl es seine Umsätze zu drei Vierteln im Ausland erzielt. 

Das Unternehmen wird seinen Sitz zunächst in der galicischen Provinz La Coruña beibehalten, doch geht das Eigentum an dieser Firma, die unter der Marke “Rey del Pulpo” (König des Oktopusses) bekannt ist, auf den erwähnten Investitionsfonds und die Finanzgesellschaft Oquendo über. Somit ist die Firma also kein galicisches Unternehmen mehr. Die besagte Finanzgesellschaft hat ihren Sitz in Madrid und ist eins der ersten Unternehmen dieser Art, die spanischen Klein- und Mittelbetrieben Finanzierungsmöglichkeiten bieten. Dieses Unternehmen hat nun im Rahmen einer gemischten Transaktion, bei der die beiden Partner das Eigentum am Unternehmen und dessen Schulden untereinander aufgeteilt haben, 71% der Unternehmensaktien erworben.

Die Unternehmensleitung war jedoch nicht bereit, Informationen über die Einzelheiten dieser Transaktion verlauten zu lassen. Und obwohl GED V España diese Transaktion nicht nur bestätigt sondern mit Stolz darauf hinweist, wahrt die Firma Stillschweigen über die Höhe des Erwerbspreises und beruft sich darauf, dass es sich dabei um “vertrauliche” Information handelt.

Der Gewinn

Nichtsdestoweniger ist die besagte Gesellschaft stolz auf die durchgeführte Transaktion und verheimlicht in keiner Weise die Investitionsbewegungen, die es ihr erlaubt haben, sich in die mehrheitliche Aktionärin eines Unternehmens zu verwandeln, das im Jahr 1982 gegründet wurde, im Jahr 2015 einen Umsatz von 62,3 Millionen Euro erzielt hat und dessen EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände) sich im genannten Geschäftsjahr auf 14 Millionen Euro belief.

Angesichts dieser Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass der neue Investitionsfonds die Firma Discefa zu einem Unternehmen erklärt hat, das vollkommen den Investitionsparametern dieser Finanzierungsgesellschaft entspricht. Bei den Unternehmen, an denen der Investitionsfonds interessiert ist, handelt es sich um “Industrieunternehmen von mittlerer Größe mit Wachstumspotenzial, die in ihrer Branche eine führende Position einnehmen und sich in Phase der Internationalisierung befinden”. Bezüglich des zuletzt genannten Aspekts hebt der Investitionsfonds an Discefa den Umstand hervor, dass gegenwärtig 75% des Umsatzes dieser Firma außerhalb Spaniens und auf jenen Märkten erwirtschaftet werden, auf denen das Unternehmen seine Pläne zur Erzielung eines starken Wachstums umzusetzen beabsichtigt. Diese Wachstumspläne stützen sich auf den Umstand, dass auf den besagten Märkten in den vergangenen Jahren eine deutliche Steigerung des Verbrauchs und der Nachfrage festzustellen war.

Unternehmenswachstum

Das Unternehmen wird sich weiterhin um ein fortwährendes Wachstum bemühen. Enrique Centelles, Partner und Geschäftsführer der Firma GED V España, der diese Transaktion leitet, zeigt offen seine Zufriedenheit über den erfolgten Kauf dieses galicischen Unternehmens, das sich der Vermarktung von Oktopussen widmet: “Wir freuen uns, den Erwerb der Mehrheit der Aktien der Firma Discefa ankündigen zu können. Es handelt sich dabei um die erste Transaktion, die wir mit dem neuen Investitionsfonds durchführen. In den kommenden Jahren beabsichtigen wir, die führende Stellung von Discefa auf dem heimischen Markt zu festigen und gleichzeitig die Expansion auf die internationalen Märkte zu fördern und zu steigern”. In diesem Sinne “hat unser Ziel darin zu bestehen, die Qualität des Produktes, das wir unseren Kunden anbieten, wenn möglich noch weiter zu verbessern, um uns als wettbewerbsfähigstes Unternehmen auf unseren Zielmärkten zu profilieren”, erklärt er in einer Pressemitteilung. Zu diesem Zweck wird sich das Unternehmen auf “einen sehr umfassenden Geschäftsplan stützen, der es sich zum Ziel setzt, bedeutende Werte für den gesamten Vertriebskanal zu schaffen”.

Die Betriebsweise des Unternehmens, dessen Kunden ihm im Durchschnitt bereits seit 15 Jahren treu sind, bleibt unverändert bestehen. 

Nach Aussagen von Sprechern des Investitionsfonds GED V España ist es noch zu früh, um “über Änderungen der betrieblichen und organisatorischen Funktionsweise des Unternehmens nachzudenken. Die Firma GED ist mit ihrem Kapital eben erst eingestiegen und kann diesbezüglich noch keine Entscheidungen treffen”. Daher bleibt in Cambre zunächst alles so, wie es bisher war. Das Unternehmen wird seine Kunden, die ihm im Durchschnitt bereits seit 15 Jahren treu sind, wie bisher betreuen und mit den Produkten der Marken des Unternehmens, “die sich auf den Märkten eines hohen Ansehens erfreuen”, wie El Rey del Pulpo, Fribó, Pindusa und Algaravío, beliefern.

In früheren Zeiten führte Discefa ein Zweigunternehmen, das seinen Sitz in Las Palmas hatte und sich nun bereits in Phase der Abwicklung befindet. Obwohl dieser Umstand von der Gesellschaft nicht bestätigt wurde, ist die Auflassung dieses Zweigunternehmens wohl die Folge davon, dass sich die galicische Fischereiflotte, die sich dem Fang von Kopffüßern widmet, aus ihren angestammten Fischgründen, wie etwa zuerst Marokko und später Mauritanien, zurückziehen musste. Dieser Umstand stellte für den Hafen von Las Palmas, wo der Umschlag von Fisch und besonders von Kopffüßern einen starken Einbruch erlitten hat, einen Wendepunkt dar, von dem es keine Rückkehr mehr gab.

Diese Zweiggesellschaft vermarktete Oktopusse aus sämtlichen Fischgründen, sowohl aus Galicien – bis zur vergangenen Woche war dort Schonzeit und daher konnten keine Lieferungen aus diesem Gebiet stattfinden – als auch aus Yukatan (Mexiko), Agadir (Marokko), den Kanaren, Cadiz und anderen Gebieten des Atlantiks. Die Firma GED V erklärte, dass dies ihre erste, aber nicht ihre letzte Transaktion gewesen sei. Wird es weitere Investitionen im Bereich des Fischereiwesens geben? “Es können neue Investitionen in dieser Branche oder in anderen Wirtschaftsbereichen vorgenommen werden”, erklärt der Investitionsfonds, “ein Unternehmen muss nur die an sein Profil gestellten Anforderungen erfüllen, um solche Investitionen zu empfangen, d.h. es muss sich um ein gefestigtes Unternehmen mit führender Stellung auf dem Markt handeln.”

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